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Ostern: "Mit den Augen der Liebe sehen"

Ostern: „Mit den Augen der Liebe sehen“

Es gibt ein weniger bekanntes Sprichwort, das sagt: Liebe mach sehend. Wer von uns hat es nicht schon selbst erlebt, dass Liebe den Blick weitet und beispielsweise einen Menschen ganz anders erscheinen lässt. Menschen, die sich lieben, sehen nicht nur das Äußere, sie sehen auch Qualitäten, Eigenschaften und Stärken im anderen, welche den Mitmenschen verborgen bleiben. Mit den Augen der Liebe sieht man mehr und besser.

Gilt dies nicht gerade für die Osterbotschaft in besonderer Weise? Die beiden Jünger – Petrus und der Jünger, den Jesus liebte – eilen zum Grab. Beide erblicken das gleiche, das leere Grab und die Leinenbinden. Aber nur von dem Jünger, den Jesus liebte, heißt es: „Er sah und glaubte“.

Weil dieser Jünger Jesus liebte, deshalb ist für ihn das leere Grab das Zeichen dafür, dass der Herr lebt. Die Liebe ist es also, die diesen Jünger zum Glauben an den auferstandenen Herrn führt. Auch wir Menschen von heute werden diesen Glauben an den Auferstandenen nur finden, wenn wir ihn lieben. Diese Liebe zu Jesus aber kann nur wachsen, wenn wir uns auf sein Wort einlassen. Je intensiver dies geschieht, umso mehr wird er sich uns selber zeigen. Dann aber gibt es keinen Zweifel mehr, dann werden wir mit den Augen des Herzens sehen und glauben.

Antoine de Saint-Exupéry fasst diese sehr wahre Erkenntnis in „Der kleine Prinz“ mit folgenden berühmten Worten zusammen: „Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar“.

Ein Bewusstsein für diesen Gedanken, den frohmachenden Glauben an den auferstandenen Christus, die österliche Zuversicht und Freude über den Sieg des Lebens über den Tod wünsche ich uns allen von ganzem Herzen.

Ihr

Msgr. Ortwin Gebauer

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